Vogelmiere im Salat – ein wirklich leckeres Wildgemüse

Meine Eltern würden die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn ich sage, dass Vogelmiere (Stellaria media) eines der leckersten Wildkräuter oder Wildgemüse ist, das ich kenne und auch esse. Sie mühen sich wie verrückt ab, dieses fast nicht auszurottende “Unkraut” aus dem Garten zu verbannen, und wir geben dieses Kraut mit Vorliebe in den Salat. Dabei schmeckt es alleine, ohne weitere Zutaten, mit einem guten Dressing mariniert, schon wunderbar.
Die einen beschreiben den Geschmack als nussig, andere als den Geschmack von milchreifem Mais, also wenn der Mais noch glasige, helle, saftige Körner hat. Für mich trifft es die zweite Beschreibung mehr.

Im Volksmund hat die Vogelmiere viele Namen, sie heißt auch Vogel-Sternmiere, Hühnerabbiss, Hühnerdarm, Kanarienvögelkraut, vermutlich, weil vor allem Hühner die Miere mit Vorliebe verspeisen.
Sie wächst polsterartig kriechen, bis sie irgendwann einen Grasteppich bildet und eigentlich ein guter Bodendecker wird. Die kleinen weißen Blütchen sind nicht sehr auffällig.

Ich ernte die Vogelmiere, am liebstem mit den Wurzeln, indem ich die Pflanze mit einem ausrangierten Schraubendreher aus dem Boden heble. Sie lässt sich so am besten waschen, weil sie die Stengel noch zusammenhängen. Man muss sie dann zwar mehrmals gut waschen, um sie von Erde und Sand zu befreien, ich finde es aber trotzdem so praktischer. Zuerst wasche ich sie grob mit dem Regenwasser aus der Wassertonne vor, danach noch 2 – 3 mal mit Leitungswasser. Selbstverständlich kannst Du auch nur einzelne Zweige ernten.

Solange das Kraut noch jünger und nicht verholzt ist, verwende ich es ganz, mit den feinen Wurzeln, ansonsten schneide ich die weicheren Triebe vom holzige Pflanzengrund mit einer Schere in den Salat.

Die Vogelmiere kannst Du auch in Suppen oder Kräuterquark verarbeiten. Die Inhaltstoffe des Krauts regen den Stoffwechsel an, sind vor allem für Frühjahrskuren ideal, sie wirken merklich bei Frühjahrsmüdigkeit. Sie sollen sogar bei rheumatischen Erkrankungen Linderung verschaffen.

Weitere Verwendungsmöglichkeiten:

Man kann die Blätter auch mit heißem Wasser übergießen, und nach 10 minütigen Ziehen auch als Tee trinken, er wirkt schleimlösend bei Husten oder Bronchitis oder erkaltet äußerlich bei Hautproblemen.  Zerquetschte frische Blätter als Breiauflage wirken gegen Juckreiz oder Ekzeme. Gegen diese Hautprobleme kann man auch eine >>>Salbe aus den Blättern herstellen (geht auch mit Olivenöl und Bienenwachs, wenn du Schweineschmalz nicht verwenden möchtest).

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